Warum gibt es in Karlstadt eigentlich zwei Moscheen? Die in der Schönerstraße 59 mit dem Minarett und den neun Kuppeln gehört zum Verband Islamischer Kulturzentren in Köln. 200 Meter weiter stadteinwärts ist in der Schönerstraße 47, wo früher das Rote Kreuz beheimatet war, die DITIB-Moschee der Türkisch-Islamischen Union mit der grün gestrichenen Fassade. mehr ...
„Ich mache mir nicht viele Gedanken um die Nationalität.“ Ümit Uzun (33, sprich Usun) aus Karlstadt, deutscher Staatsbürger türkischer Abstammung, hat keine Probleme mit der Integration in Deutschland – oder umgekehrt damit, in der Türkei eventuell als Deutscher bezeichnet zu werden. Sich weder in Deutschland noch in der Türkei richtig zu Hause zu fühlen, das ist ihm fremd. Er kam schon immer überall klar. Heute bietet er mit seinem Reiseunternehmen „Hot Spot Tours“ Sportreisen auf der ganzen Welt an. mehr ...
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Halime Bastürk steht im Lebensmittelgeschäft ihre Sohnes Fatih und zaubert auf zwei großen, runden Backplatten Börek. Mit dem Nudelholz hat sie vorher den Hefeteig gleichmäßig dünn ausgerollt. In vier Variationen macht sie diese türkische Speise, die es jeden Montag und Donnerstag frisch gibt: mit Spinat, Schafskäse, Zucchini oder Kartoffeln. Manchmal erfüllt sie auch einen Sonderwünsche von Kunden und macht Börek zum Beispiel süß mit Sesam und Zucker. mehr ...
Auf einer breiteren Basis steht die Deutschförderung für Migrantenkinder an der Grundschule Karlstadt, seit sich die Integrationsbeauftragte Sakine Azodanlou darum kümmert. Waren es zunächst nur vier Kinder, die zweimal die Woche in die Förderstunden gingen, sind es seit März 17 Kinder der ersten und zweiten Klasse. mehr ...
(hop) Wenn er noch einmal vor der Entscheidung stünde, würde er seiner Firma einen anderen Namen geben, sagt Süleyman Coskun. Der türkischstämmige Karlstadter ist Inhaber der Fensterfirma Coskun, benannt nach seinem Familiennamen. Ohne den türkischen Namen würde er mehr Aufträge bekommen, ist er sich sicher. Gerade in der derzeitigen Wirtschaftslage sei es ohnehin nicht einfach, das Geschäft am Laufen zu halten. mehr ...
Die Mehrzahl von „der Satz“ ist „die Sätze“, von „das Land“ ist es „die Länder“ – und von „die Sprache“? – „Die Spräche“ antwortet eine Teilnehmerin des Deutsch-Konversationskurses für türkische Frauen. Kursleiterin Sakine Azodanlou korrigiert: „Hier kommt kein Umlaut, es heißt: die Sprachen.“ mehr ...
(hop) Mitte der 70er Jahre liefen zwei türkische Musiker am Ende des Karlstadter Faschingszugs und spielten eine Musik, die so bis dahin in fränkischen Gefilden wohl noch nie zu hören war. Einer von ihnen spielte die Zurna, eine Art Oboe, der andere die Davuk, eine Rahmentrommel. Karlstadter Jugendliche schlossen sich ihnen an und tanzten nach dem Umzug auf dem Marktplatz wie wild zu ihrer Musik. mehr ...
(hop) Jetzt gibt es ein zweites Wasserpfeifen-Lokal in Karlstadt. Im ehemaligen Café Walter in der oberen Hauptstraße hat Turgay Dalga die „Wasserpfeifen-Lounge“ eröffnet. Sie befindet sich im linken Bereich, wo vorher das Café war. Rechts, wo früher Brot und Brötchen verkauft wurden, hat er eine Cocktail-Bar eingerichtet. Zudem gibt es 30 Sitzplätze auf der Straße. mehr ...
Sie wollen alle einmal einen Jungen heiraten, den sie vorher selbst gut kennengelernt haben. Dass ihre Ehe einmal von Verwandten arrangiert wird, das können sie sich nicht vorstellen. Das sei früher so gewesen, aber in die heutige Zeit passe das nicht mehr. Da sind sich sieben türkischen Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren einig. mehr ...
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Tülin Erek klemmt das Ende eines Fadens zwischen die Zähne und verzwirbelt ihn mit gespreizten Fingern. Dann setzt sie den Faden an der Augenbraue eines Kunden an und zupft so Härchen heraus. „Das ist weniger schmerzhaft als mit der Pinzette, geht schneller und ist auch noch gründlicher“, sagt sie. Denn man bekomme so auch feine Härchen besser weg. mehr ...
(hop) Auf widrigen Pfaden hat es Turhan Senel (sprich Schenel) geschafft, in Karlstadt eine eigene Firma zur Gebäudereinigung zu gründen. Gelernt hat er eigentlich den Beruf des Maurers. Doch seit 2001 ist er mit seiner Frau Hanem selbstständig und ist damit im weiten Umkreis um Karlstadt bekannt. mehr ...
Karlstadt macht Werbung für sich als ein guter Ort für Hochzeiten. Das Standesamt schließt Ehen auch außerhalb der Geschäftszeiten. Man kann in der Ratsstube des alten Rathauses heiraten und vieles mehr. Doch türkische Karlstadter heiraten nur selten in Karlstadt. Hier müssten sie internationale Urkunden oder solche mit deutscher Übersetzung vorlegen. Viele lassen sich am türkischen Konsulat in Nürnberg trauen. Eine solche standesamtliche Hochzeit wird im kleinen Kreis vollzogen. mehr ...
Seit 1998 – also innerhalb von etwa zehn Jahren – haben in Karlstadt und seinen Ortsteilen 175 ehemals türkische Mitbürger die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Außerdem haben in gut zehn Jahren knapp 60 Personen einen Ehepartner aus der Türkei geheiratet. Dies sind Zahlen, die die Ausländerbehörde am Landratsamt auf Nachfrage bekannt gibt. mehr ...
(hop) Wenn Schulrektoren im Sommer Absolventen verabschieden, geben sie ihnen gerne mit auf den Weg, dass mit der Schulzeit das Lernen noch lange nicht vorbei sei. Lebenslänglich solle man lernen, raten sie dann. Ein Paradebeispiel dafür ist Vedat Durak, der nach der Schule zuerst Schlosser lernte und der jetzt als 38-Jähriger gerade seinen siebten Beruf ergriffen hat und dafür wieder eine Ausbildung macht – als Immobilienfachwirt der Bayerischen Landesbausparkasse (LBS). mehr ...
(hop) Für die Karlstadter Drachstraße 11 nördlich der Neuapostolischen Kirche hat Serhat Siktas einen Bauantrag für sechs Einfamilien-Reihenhäuser mit je drei Vollgeschossen eingereicht, die in gemeinschaftlichem Bauen errichtet werden sollen. Serhat Siktas (36) ist der Sohn des früheren Lehrers Osman Siktas. mehr ...
(hop) Ähnlich wie das Gymnasium (wir berichteten) verzeichnet die Karlstadter Realschule einen leichten Zuwachs türkischer Schüler. 22 sind es derzeit unter insgesamt 600 Jugendlichen. Rektor Georg Rödel sagt: „Ich würde mich freuen, wenn mehr kämen“, und fragt sich zugleich, ob nicht manche Kinder, vor allem Mädchen, eventuell zurückgehalten werden. mehr ...
Es war einmal ein junger Karlstadter, auf den wartete eine junge Türkin sieben Monate lang. Das klingt fast wie im Märchen. Und auch die Fortsetzung würde in ein Märchen passen, denn nach den sieben Monaten durften die beiden heiraten. Nun sind Thomas und Kadriye Müller seit 20 Jahren ein Paar. mehr ...
Cem Özdemirs Vornamen sprechen alle korrekt „Dschem“ aus. Doch dann sagen Nachrichtensprecher und sogar die Belegschaft in seinem Berliner Abgeordnetenbüro „Ötzdemir“ – statt „Ösdemir“ mit stimmhaftem S. Dabei hat er wahrlich nichts mit dem Ötztal zu tun. Der Chef der Bundesgrünen ist ein prominentes Beispiele dafür, dass sich Deutsche mit etlichen türkischen Namen schwertun. mehr ...
Hasan Toka hat als Übersetzer schon so manch tragische Geschichte mitbekommen, wenn ihm beispielsweise Flüchtlinge aus dem Irak ihre Schicksale von jahrelangem Krieg, Gefängnis und Folter erzählt haben. Er überträgt solche Schicksale ins Deutsche – oder er dolmetscht bei Gerichtsverhandlungen. mehr ...
Sinem Aksar (17), die mittlere Tochter des türkischen Ehepaars Seriye und Seyfi Aksar, hat gerade ihr Praktikum in der Karlstadter Volkshochschule (Vhs) beendet. Sie geht an die Fachoberschule (FOS). Auch die Schwestern Sevda und Sema sind ehrgeizig, wenn es um Bildung und damit ihre Zukunft geht. mehr ...
















































