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aktualisiert: 12.02.2010 15:01 Uhr
SOMMERACH

Naser kehrt zur CSU zurück

Nach „offenem Brief“ der Grünen: Heftige Reaktionen im Internet wegen „Ruhestandsgehalt“

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Der Bayerische Noch-Sparkassenpräsident Siegfried Naser ist wieder in die CSU eingetreten. Dies bestätigte der CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf auf Anfrage der Main-Post.

Naser, seit 1. Oktober 2000 Präsident des Sparkassenverbandes Bayern und seit 1. Juli 2007 Aufsichtsratsvorsitzender des Deutschen Sparkassenverlages, war überraschend im Oktober 2008 aus der CSU ausgetreten. Begründung damals: Als Sparkassenchef und stellvertretender Aufsichtsrat der BayernLB wolle er politisch neutral sein.

Dass Naser jetzt wieder das CSU-Parteibuch besitzt, hatte die „Süddeutsche Zeitung“ gemeldet und sich dabei auf den unterfränkische CSU-Bezirksgeschäftsführer Gerhard Schmitt berufen. Demnach soll Naser bereits seit Herbst vergangenen Jahres wieder dem Sommeracher CSU-Ortsverband angehören.

Seinen Posten als Bayerns Sparkassenpräsident wird Naser Ende dieses Monats wegen der Affären um die Landesbank und des Verlustes von 3,7 Milliarden Euro niederlegen. Sein Vertrag sollte ursprünglich bis Anfang 2016 laufen. Bei einem Jahresgehalt von knapp 600 000 hatte sich 59-Jährige noch Gehaltszahlungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro zusichern lassen.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) warnte den Sommeracher damals öffentlich davor, sein Ausscheiden mit hohen finanziellen Ansprüchen zu verbinden. Manager, die „Milliarden in den Sand gesetzt haben“ hätten, dürften hinterher nicht Millionen kassieren. Ude forderte Naser auf, sich mit seiner Pension als Landrat zu begnügen.

Eine Forderung, die vergangene Woche auch die Kreis-Grünen in einem offenen Brief aufgriffen und an Naser appellierten, dass die 1,5-Millionen-Euro-Abfindung „moralisch nicht vertretbar“ sei. Dieses Verhalten „gefährdet die Stabilität der Demokratie“ und würde die Politikverdrossenheit fördern.

Auf den Brief folgten heftige Reaktionen im Internet. „Vor so was habe ich mal Respekt gehabt!“, zählt dabei noch zu den harmloseren von einem Dutzend Beiträgen. Mehrere Leser nutzten das Forum von mainpost.de, um weitere „offene Briefe“ an Naser zu schreiben – der Faschingszeit entsprechend teilweise in gereimter Form („Und das Malheur, milliarden schwer, haben Sie uns eingebrockt, einfach frech das Geld verzockt.“).

Ein weiterer Beitrag nennt sich „Siegfried Saga“ und kommt zu dem Schluss, dass es für alle besser gewesen wäre, wenn Naser Landrat geblieben wäre.

Weitere Schreiber beschäftigen sich mit der Rolle der CSU sowie dem Unterschied zwischen oben und unten: „Normalbürger werden vom Finanzamt wegen Kleinigkeiten verfolgt, während diese Spezialisten die Steuergelder verdummen.“

Ein Diskussionsteilnehmer weißt darauf hin, dass Naser „vielleicht auch nur getäuscht worden ist und auf den Rat von falschen Freunden gehört“ habe. Gleichzeitig schließt sich ein großes „ABER“ an: „Nachdem die Sache so in einem Desaster geendet hat, sollte man die Konsequenzen ziehen. Der Gipfel der Unverschämtheit ist die üppige Abfindung.“

Auch wird die Frage gestellt, warum es „in diesem Metier überhaupt einen so gut dotierten Vertrag mit langer Laufzeit ohne ein Kündigungsrecht bei offensichtlicher Unfähigkeit und Fehleinschätzung“ gibt.

Ein Beitrag lobt den offenen Brief der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und fordert: „Diesem Brief sollten sich auch andere politische Gruppierungen anschließen.“

Einen Hoffnungsschimmer glaubt ein Schreiber entdeckt zu haben: Er zitiert den designierten Naser-Nachfolger mit der Aussage „Wir sind gut beraten, das Gehalt des Präsidenten auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.



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